Bundestagsfraktion tagte in Schwerin
Schwerin/dpa. Die Partei DIE LINKE drängt darauf, ostdeutsche Erfahrungen stärker für die gesamte Bundesrepublik zu nutzen. Dies betreffe beispielsweise den Stadtumbau, sagte die Schweriner Bundestagsabgeordnete Heidrun Bluhm gestern in der Landeshauptstadt. Viele Regionen in den neuen Bundesländern hätten nach der Wende innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Einwohner verloren und ihre Infrastruktur anpassen müssen. So sei die Zahl der Einwohner in Schwerin seit 1989 um rund 30 Prozent gesunken. Auch in den alten Ländern gebe es inzwischen Regionen, die mit Einwohnerschwund konfrontiert seien, etwa das Ruhrgebiet. "Man kann von unseren guten Erfahrungen lernen, aber auch aus den Fehlern, die wir gemacht haben", sagte Bluhm bei der Veranstaltung "Ost-Termin" der Bundestagsfraktion der Linken. Auch bei den Themen Kinderbetreuung oder längeres gemeinsames Lernen lohne ein Blick in den deutschen Osten, sagte der Ostkoordinator der Fraktion, Roland Claus. Fast 20 Jahre seien im Osten Deutschlands Erfahrungen mit Wende, Umbrüchen und Transformationen gesammelt. Diese Umbruchserfahrungen von Ost- und von Westdeutschen lägen brach, sie würden viel zu wenig als Entwicklungschance für ganz Deutschland aufgenommen. Die Linke wolle sich in besonderer Weise für die Lebensinteressen der Menschen im Osten einsetzen. Die Veranstaltungsreihe "Ost-Termin" der Bundestagsfraktion der Linken gibt es bereits seit zwei Jahren, wie Claus sagte. Dabei wolle die Fraktion Probleme der Menschen in den neuen Ländern aufnehmen.