Vera Liebmann geht für ein Schuljahr in die USA und freut sich aufs Disneyland.
VON DOMINIK PETERS
SCHKOPAU/MZ - Die Vorfreude und das Warten hat für Vera Liebmann seit dieser Woche ein Ende. Während ihre Klassenkameraden am Elisabeth-Gymnasium in Halle schon wieder fleißig die Schulbank drücken, fliegt die Schkopauerin in die USA. Unter der Sonne Kaliforniens wird sie im Rahmen des Parlamentarischen Partnerschafts-Programms des Bundestages und des Kongresses der USA bis zum Sommer kommenden Jahres in Eldorado Hills in einer Gastfamilie leben und zur Schule gehen.
"Die Koffer sind gepackt, es kann losgehen. Aufgeregt bin ich noch nicht. Ich lasse alles auf mich zukommen", erzählt die Schülerin entspannt kurz vor dem Abflug zu ihrem Austausch-Schuljahr in Übersee. Mit Halloren-Kugeln, Kinderschokolade und Haribo im Gepäck wird die Sechzehnjährige heute im sonnigen Kalifornien landen und von ihrer neuen Familie sowie deren drei Hunden erwartet.
Die Zeit im Küstenstaat, der mit seinen Metropolen Los Angeles und San Francisco, der vielfältigen Geographie - mal alpine Berge, mal heiße Wüste - jährlich Millionen Touristen an die Pazifikküste lockt, wird aber kein reiner Urlaubsaufenthalt. "Vor der Schule habe ich Respekt. Ich werde am Anfang wohl mit meinen Sprachkenntnissen zu kämpfen haben", ist sich Vera sicher. An der Academy of Science and Engineering wird sie dreimal in der Woche die Schule besuchen und die restliche Zeit daheim büffeln müssen.
Aber Schule ist ja bekanntlich nicht alles im Leben und deshalb freut sie sich auch darauf im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in ihrer Freizeit viel zu reisen und zu erleben. "Auf Kaliforniens Nationalparks, das berühmte Disneyland und die Hauptstadt Washington freue ich mich am meisten." Neben all den weltbekannten Sehenswürdigkeiten ist sie aber auch an den Menschen und der amerikanischen Lebensart interessiert, "auch wenn ich mich erstmal an Cola, Burger und Pommes als Grundnahrung gewöhnen muss", lacht die Schkopauerin. In den kommen zehn Monaten ihres Aufenthaltes wird die Stipendiatin des Austauschprogramms des Deutschen Bundestages, die von Roland Claus (Die Linke) unterstützt wird, aber auch so manches vermissen: "Dass ich meine beiden kleinen Schwestern nicht sehe und das Weihnachtsfest nicht mit der eigenen Familie feiern kann, ist ein sehr komisches Gefühl", gibt die Schülerin zu. "Aber daran versuche ich jetzt noch nicht zu denken. Die Vorfreude auf die vor mir liegende Zeit überwiegt doch", strahlt die Teenagerin, bereit für den Sprung über den großen Teich, viel Abenteuerlust und Zuversicht aus.