BUNDESTAG Die Linkspartei hat im Kreis 74 die heiße Phase des Wahlkampfes eröffnet. Hoffnung auf Top-Ergebnis mit Claus.
VON ALBRECHT GÜNTHER
NAUMBURG - Die Linkspartei im Burgenlandkreis geht selbstbewusst und optimistisch in die am 27. September stattfindende Bundestagswahl. "Wir wollen im Wahlkreis 74 mit Roland Claus das Direktmandat gewinnen und außerdem bei den Zweitstimmen stärkste Kraft werden", sagte Linke-Kreisvorsitzender Gunter Schneider gestern während eines Pressegesprächs in Naumburg. Ziel sei es damit, gegenüber dem Ergebnis von 2005, das bei rund 26 Prozent gelegen hatte, nochmals zuzulegen.
"Wir sehen dies nicht als Utopie, sondern durchaus realistisch", so Schneider. Dies resultiere einerseits aus der Person Roland Claus, "der hier vor Ort gut bekannt und anerkannt ist, aber auch in Berlin hervorragende Arbeit leistet", und andererseits aus der Stimmung vieler Menschen, die sich einen Politikwechsel wünschten. Für diese vor allem im sozialen Bereich "dringend notwendigen Veränderungen", so Claus, trete die Linkspartei ein. Deutlich werde das auch an den Inhalten, die den Wahlkampf der Partei bestimmen. So wird es sechs thematische Plakate geben, die klare Aussagen transportieren. Diese reichen von "Weg mit Hartz IV" über "Gute Arbeit muss sich lohnen" bis hin zu "Gegen Rente mit 67". Gemeinsam mit weiteren Werbemitteln sollen sie in den nächsten Tagen eingesetzt werden. "Denn für uns hat die heiße Phase des Wahlkampfes begonnen", unterstrich Schneider. Die Linkspartei werde zudem mit einer flächendeckend verteilten Wahlzeitung sowie mit Bürgerbriefen und Flyern für Stimmen werben. Am 29. August lädt die Partei zudem in den Naumburger Bürgergarten zu einem Sommerfest ein. Am 23. September, unmittelbar vor dem Start des 48-Stunden-Wahlkampfes, wird in Naumburg eine Wahlkundgebung stattfinden. In Gesprächen an Informationsständen sowie auf Straßen und Plätzen innerhalb des gesamten Wahlkreises 74 - zu ihm gehören neben dem Burgenlandkreis auch Teile des Saalekreises - werden sich Claus sowie die Linkspartei den Bürgern vorstellen. Dabei, so kündigte der Direktkandidat während des Pressegesprächs an, wolle er auf die einzelnen Themen eingehen.
"Wir haben beispielsweise ein Steuerkonzept vorgelegt, das den enorm wachsenden Reichtum einiger Weniger zugunsten Einkommensschwacher besteuert. Außerdem wollen wir die Einführung einer Grundsicherung statt der Hartz-IV-Zahlungen." Sorge bereitet Claus auch, dass viele Menschen Zukunftsängste hätten, weil ihre berufliche Tätigkeit ungewiss sei. Ebenso müsse mehr für die Bildung getan werden. "Das derzeitige föderale Bildungssystem ist gescheitert." Schließlich sieht Claus, der Mitglied des Finanzmarktgremiums des Bundestages ist, in den Bemühungen der Bundesregierung zur Bewältigung der Finanzkrise nur Stückwerk. "Die Finanzwirtschaft ist zwar mit Hilfe des Staates in der Lage, sich zu stabilisieren, aber nicht, ihren gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen."