Roland Claus ist bisher einziger Anwärter.
VON BIRGER ZENTNERNAUMBURG/MZ - Am 18. Februar will die Partei Die Linke in Hohenmölsen ihren Direktkandidaten für den Bundestagswahlkreis 74 bestimmen. Dazu gehören der Burgenlandkreis und ein Teil des Saalekreises um die Städte und Gemeinden Bad Dürrenberg, Braunsbedra, Leuna und Schkopau. Einziger Bewerber um die Direktkandidatur ist bisher der 54-jährige Roland Claus aus Schönebeck. Wie er gestern in einem Pressegespräch in seinem Wahlkreisbüro in Naumburg sagte, will er in Kürze Bilanz seiner bisherigen Arbeit im Bundestag ziehen und damit auch in die Öffentlichkeit gehen. Claus ist seit 2005 im Bundestag, dem er aber auch schon von 1998 bis 2002 angehörte.
Dass Claus in der Delegiertenversammlung im Februar auch zum Direktbewerber der Linken gekürt wird, gilt als ziemlich sicher. Bei einem Kreisparteitag hatte es bereits Ende November ein klares Bekenntnis seiner Parteifreunde aus dem Burgenlandkreis für ihn gegeben. Im Wahlkampf für die Bundestagswahl, die am 27. September stattfindet, würde er sich dann unter anderen mit Dieter Stier (CDU) sowie Maik Reichel (SPD) im Wahlkreis 74 auseinander setzen müssen. Beide sind bereits von ihren Parteien als Direktbewerber bestätigt
worden (die MZ berichtete).
Claus sagte gestern, er rechne sich gute Chancen aus. „2005 kam ich als Unbekannter
in diesen Wahlkreis und blieb lediglich fünf Prozentpunkte hinter den anderen zurück.“ Inzwischen habe er einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad, obwohl er seinen Hauptwohnsitz in Schönebeck habe. Unter anderem engagiere er sich für die Investitionsförderung am Industriestandort Leuna im Saalekreis sowie für das Mehrgenerationenhaus in Karsdorf im Burgenlandkreis. Verstärkt wolle er sich jetzt in die Diskussion um ein Leitbild für den Burgenlandkreis einbringen, erklärte Claus.
Dabei bekräftige er seinen Standpunkt zum Thema Braunkohle und Stromgewinnung aus Braunkohle. Mit der Befürwortung des Erhalts und des Ausbaus der Kohleförderungseitens der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft (Mibrag) stehe der Burgenland-Kreisverband der Linken zwar entgegen einer Mehrheit in der Partei, „dasändert aber nichts an unserer Meinung“, so Claus im Pressegespräch. Die Mibrag denkt sowohl über einen Tagebauneuaufschluss bei Lützen als auch einen Kraftwerksbau bei Profen nach.