HERBSTWEINFEST Mit guter Unterhaltung für die ganze Familie und schönstem Wetter ist in den "Saalhäusern" des Landesweingutes zwei Tage fröhlich gefeiert worden.
VON HANS-DIETER SPECK
BAD KÖSEN - Max und Kläre, das Bad Kösener Schwanenpaar, dümpelte ganz dicht am Flussufer der Saalhäuser. Das fröhliche Treiben und die poppige Musik schien ihnen zu gefallen. Kloster Pforta, das Landesweingut, feierte Sonnabend und Sonntag Herbstweinfest. Bei einem Wetterchen, auf das die Freyburger Winzerfestmacher vor acht Tagen vergeblich gewartet hatten.
Entsprechend groß war der Zuspruch. Bereits kurz nach Eröffnung hatten heiter gestimmte Menschen fast alle Sitzplätze an den Tischen besetzt. Landesweingutsgeschäftsführer Christian Kloss konnte hochrangige Landespolitiker begrüßen: Den Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Weingutes, sowie den Präsidenten des Landesrechnungshofes Ralf Seibicke. Statt großer Politik waren da Loblieder auf Wein und Weinbau zu hören, denen sich auch die Landtagsabgeordnete Eva Feußner (CDU) und die Bundestagsabgeordneten Maik Reichel (SPD) und Roland Claus (Die Linke) sowie die Abteilungsleiterin im Landeslandwirtschaftsministerium Anne-Marie Keding und Bad Kösens Bürgermeister Gerd Förster anschlossen.
Den jugendlichen Charme der Weinregion vertraten die Weinprinzessinnen von Bad Kösen, Laucha, Burgwerben, Reinsdorf, Steigra und Höhnstedt. Die konnten sich dann am Sonntagnachmittag zum allgemeinen Gaudi mit den Weinfestbesuchern beim traditionellen Trestertreten bewähren.
Gute Weine wurden ausgeschenkt. Darunter eine besondere Spezialität des Weingutes, "Der Traubenräuber", ein Herbstcuveé auf der Grundlage von vier verschiedenen Weinen. Traubenräuber, so suggeriert das Etikett, sei der Bienenfresser, eine früher nur im Süden Europas heimische Vogelspezies, die sich nun auch an den warmen Kalk- und Lößhängen hierzulande wohlfühlt und den Staren gleich von den Trauben nascht.
Doch weder Bienenfresser noch Stare sind schuld an der heuer eher mäßigen Ernte, sondern Frost und allerhand Widrigkeiten zur Blüte, so dass Christian Kloss auch für das Landesweingut mit einem Minderertrag um 20 Prozent rechnet. "Die Weinlese beginnt bei uns am Montag mit dem Bacchus", sagte Kloss. Gelesen wird auf 48 Hektar.
Bei Führungen durch den Weinberg konnten sich die Besucher über den Behang selber ein Bild machen und auch schon mal von den süßen Trauben naschen. Bei einer Kellerführung war zu erfahren, dass das Weingut neue Holzfässer gekauft hat, die hier in der Region gefertigt werden.
"Unser Herbstweinfest soll ein Fest für die ganze Familie sein", so die Devise in den Saalhäusern. Deshalb wurde auch viel für die Kinder organisiert. Clownfrau Kathrin spielte mit den ganz Kleinen, Tierpflegerin Anne Mutschmann vom Kösener Zoo hatte Alpaka Paolo mit gebracht und kleine Bergziegen. Auf regionale Spezialitäten wurde nicht nur beim Wein Wert gelegt, sondern auch bei den Speisen. Vielerlei Käsesorten bot die "Käseecke", Gemüse- und Feigenbaquetts sowie ein mit Rotwein gebackenes Winzerbrot kamen aus der Bäckerei Bloch, Klosterhäseler, und deftige Thüringer Schweinkeulen und Forelle vom Holzkohlengrill bereitete die "Schinditzer Schlemmerhütte" zu.
Mit Musik zur guten Laune beendete der Sonntag das Herbstweinfest, erst böhmisch-mährisch mit den Schönburger Blasmusikanten, dann mit Dixieland, Blues und Swing mit den Leipziger All-Stars. Und wer vorher etwas für die Gesundheit tun wollte, war zu einer zweistündigen Wanderung durch die Weinberge eingeladen.