10. September 2009

"Im Osten kaum Kurzarbeit" (aus: Neues Deutschland vom 10.09.2009)

Berlin (ND). Die ökonomische Schieflage zwischen Ost und West macht sich auch beim Kurzarbeitergeld bemerkbar. Eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Roland Claus (LINKE) ergab, dass von den bis August für Kurzarbeit ausgezahlten 1,9 Milliarden Euro lediglich 170 Millionen Euro in den Osten gingen. Somit liegt der Anteil beim Kurzarbeitergeld unter zehn Prozent, obwohl ein Fünftel aller Deutschen östlich der Elbe lebt. Für Roland Claus, den Ost-Koordinator der Linksfraktion, ist dies auch eine Folge des ausgeprägten Niedriglohnsektors in den neuen Bundesländern. Während in Ostdeutschland beinahe 41 Prozent der Arbeitnehmer Niedriglöhne beziehen, sind es im Westen knapp 19 Prozent. »Als gesamtdeutsche Kanzlerin sollte Merkel aufhören, auf dem ostdeutschen Auge blind zu sein«, kritisierte Claus gegenüber ND. Es komme nun darauf an, so der Linkspolitiker, existenzsichernde Arbeitsplätze für alle Menschen in Ost und West zu schaffen.