3. Juli 2009

Praktikum von Benjamin Schlegel im Büro Roland Claus

Überrascht von der Freundlichkeit und Offenheit mit der ich im Berliner Büro des Abgeordneten Roland Claus (Ostkoordinator der Fraktion DIE LINKE.) empfangen wurde,  begann ich meinen ersten Arbeitstag und wurde gleich ins kalte Wasser geworfen. Ich durfte eine Ausarbeitung zu einer Emnid-Umfrage von Bundesminister Tiefensee mit dem Titel: „Wie bewerten die Deutschen die Ereignisse von 1989?“ vornehmen. In dieser Studie war klar erkennbar, dass die Mehrheit der Ostdeutschen eine positive Sicht auf die ehemalige DDR  hat. Hingegen schaut die Mehrheit der Westdeutschen kritisch auf die Vergangenheit. Nun galt es zu analysieren, wie es zu dieser so stark abweichenden Sicht kommt. Ich war durch ausgiebige Recherche zu dem Schluss gekommen, dass es unter anderem am Einfluss der Medien liegt, denn ostdeutsche Zeitungen äußerten sich größtenteils positiv zu der Umfrage, wohingegen die westdeutschen Zeitungen sich abwertend zeigten und sogar von einem „Heimweh nach der Diktatur“ sprachen. Auch die persönlichen Erlebnisse spielen meiner Ansicht nach eine wichtige Rolle in der Bewertung.

Diese Ausarbeitung war Grundlage für eine 3-minütige Rede im Arbeitskreis 1 der Fraktion, die ich am nächsten Tag halten sollte. Davon war nicht nur ich sehr überrascht, sondern auch alle Mitglieder des Arbeitskreises, schließlich war ich der erste Schülerpraktikant, der  jemals in diesem  Arbeitskreis gesprochen hat. Doch der Vortrag stieß bei vielen auf Anklang und ich bekam ein sehr positives Feedback.

Am Mittwoch stand zunächst der Besuch der Pressekonferenz der Linksfraktion zum Thema  „10 Jahre geteilte Regierung in Bonn und Berlin“ an. Während der Pressekonferenz schrieb ich die wichtigsten Stichpunkte mit. Da mir die missliche Lage einer zweigeteilten Regierung sowie die ineffiziente Arbeitsweise der Beschäftigten und die hohe Umweltbelastung bitter aufstießen, verfasste ich anschließend einen Leserbrief an die Mitteldeutsche Zeitung. Des Weiteren besuchte ich an diesem Tag den Haushaltsausschuss der Bundesregierung.

Der nächste Tag war von Arbeit für den Wahlkreis des Abgeordneten  geprägt. Ich recherchierte nach alternativen  Jugendorganisationen im Burgenlandkreis und stieß dabei auf Organisationen wie die alternative Jugend Naumburg und das Festival „No Silent Backlands- Festival gegen rechte Gewalt“,  das vom 23.07.2009 bis 25.07.2009 in Weißenfels stattfindet. Danach hatten wir eine Bürobesprechung und eine interne Beratung über den Arbeitsverlauf der nächsten Woche. Ich konnte eigene Ideen und Wünsche einbringen mit welchen Themen ich mich inhaltlich befassen wollte.

Der Freitag begann mit einer Plenarsitzung zum Thema: „Achtung der Grundrechte“. Danach verfolgten wir die Rede von Roland Claus zum Thema: „Bad Banks“. Zu dieser hatte ich vorher eine Zuarbeit geleistet.

Ich freue mich schon sehr auf die nächste Woche, da diese keine Sitzungswoche ist und aus diesem Grund vollkommen anders ablaufen wird. In meiner ersten  Woche im Bundestag habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Arbeit der Medien einen wesentlichen Einfluss auf die Übermittlung des tatsächlichen politischen Geschehens an die Bürger hat. So interessierte ich mich sehr für die Problematik des immer noch nicht einheitlichen Regierungssitzes. Doch dieses bürgernahe Thema wurde kaum in den Medien aufgegriffen, da andere Themen wie die Quelle-Insolvenz oder die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum  Lissabon-Vertrag  im Vordergrund standen.