Die zweite Woche meines Praktikums lief etwas ruhiger ab, war aber doch sehr aufregend. Frisch erholt aus dem Wochenende kommend, machte ich mich sogleich an die Arbeit. Meine Aufgabe bestand zunächst darin, wahlkreisspezifische Recherchen vorzunehmen. Dabei stellte ich fest, dass ein Gutteil der von Roland Claus im Bundestag gehaltenen Reden sich auf den Wahlkreis bezog. Roland Claus sprach etwa zur Förderung und dem Erhalt ostdeutscher Weinanbaugebiete oder zur Förderung mittelständischer Unternehmen.
Am Dienstag stand eine ausführliche Führung durch den Bundestag mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter von Roland Claus, Wolfram Adolphi, auf dem Plan. Diese war sehr interessant und aufschlussreich, da man bei dieser Führung auch Bereiche sehen konnte, welche den Besuchern der Bundestagsgebäude normalerweise nicht zugänglich sind. An diesem Dienstag fand außerdem eine Bürobesprechung statt, in welcher ich die Themen festlegte, welche ich in den kommenden Tagen bearbeiten wollte. Dabei fiel mir die Auswahl gar nicht so leicht, da ich in der ersten Woche mit so vielen spannenden und brisanten Geschehnissen konfrontiert wurde. Doch meine Wahl fiel schließlich darauf, nachzuforschen, welchen Sinn und welche Zukunft der Wehrdienst in Deutschland hat, da ich selbst bald mit dem Zwangsdienst konfrontiert werde. Bei meiner Recherche fiel mir insbesondere auf, dass die Wehrpflicht ein Überbleibsel des Kalten Krieges ist. Auch die Alternative zum Wehrdienst, der Zivildienst, stellt eine Ungerechtigkeit dar, da zwar jeder, der sich freiwillig als Zivi verpflichtet, auch angenommen wird, hingegen nur 50 Prozent aller jungen Männer, welche sich zum Wehrdienst verpflichten, auch tatsächlich eingezogen werden. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Zivildienstleistende oft nur als billige Arbeitskräfte in sozialen Stellen genutzt werden. Diese Arbeitsplätze fallen dann für die Erwerbstätigen in diesem Bereich weg.
Als zweites Thema, mit dem ich mich selbständig beschäftigte, entschied ich mich für die Bildung, da mir in meiner langen Schullaufbahn viele Missstände im deutschen Bildungssystem aufgefallen sind und ich einen Grundgedanken zur Bekämpfung dieser finden wollte. Hier stellte ich fest, dass in Deutschland ein vergleichsweise rückschrittliches Bildungssystem herrscht, da die Bildungspolitik in der Länderhand liegt, diese aber angewiesen sind, keine neuen Schulden mehr aufzunehmen. Aus diesem Grund wird natürlich an der Bildung gespart. Auch sind Studiengebühren und nicht bundesweit einheitliche Abschlüsse nur unvorteilhaft. Auch besteht eine Ungerechtigkeit darin, dass zum Beispiel ein Abiturabschluss in Bayern mehr gilt als ein gleichwertiger aus Sachsen Anhalt.
Den Freitag ließen wir ruhig ausklingen, schließlich war es mein letzter Tag. Und nach 2 Wochen hatte ich viele Eindrücke gesammelt die wir noch einmal Revue passieren ließen.
Ich kann diese Praktikum nur jedem weiterempfehlen, der sich einen Einblick über die Arbeit im Bundestag und über die ansichten der Partei DIE LINKE verschaffen will. Es hat mir sehr viel Freude bereitet und ich habe sehr viel für meinen weiteren Lebensweg gelernt. Und letztendlich ist auch das Bundestagsgebäude an sich einer der schönsten Arbeitsplätze Deutschlands.