26. Oktober 2009

Claus sieht mit Mandat mehr Verantwortung (aus: Mitteldeutsche Zeitung, Naumburger Tageblatt, vom 23.10.2009)

VON CONSTANZE MATTHES

NAUMBURG - Für seine Arbeit im 17. Deutschen Bundestag, der am Dienstag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt, erkennt Linke-Abgeordnete Roland Claus eine gewachsene Verantwortung. "Über ein Drittel unserer Wähler sind neu zu uns gekommen. Während des Wahlkampfes wurden wir mit einigen Erwartungen konfrontiert, sind Probleme an uns herangetragen worden. Es gilt nun, die Baustellen abzuarbeiten", sagte Claus während eines Pressegesprächs am Donnerstag. Vor allem Probleme mit Hartz IV sowie Unternehmensförderung und Existenzgründung zählte der Abgeordnete als Themen auf.

Seine wichtigsten Aufgaben erkennt der 54-Jährige im Wirken im Haushaltsausschuss und als Koordinator Ost der Linke-Fraktion. Zudem gehört Claus zu den insgesamt neun Mitgliedern eines Gremiums, das den Finanzmarktstabilisierungsfonds zur Rettung von Banken überwacht. Dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen als Nachwehen der Krise weiterhin Probleme mit der Kreditvergabe der Banken haben, hat der Politiker erkannt. "Und das auch in diesem Wahlkreis", so Claus.

Ziel der Linken vor allem im Burgenlandkreis ist die weitere Arbeit an und mit dem Leitbild "Burgenlandkreis 2020", dessen Grundlage die wissenschaftliche Arbeit der zukünftigen Humangeografin und Studentin an der Berliner Humboldt-Universität, Susan Diehm, ist. Das Leitbild mit seinen knapp 39 Seiten beschreibt sowohl die Ausgangssituation als auch Vorschläge für die Zukunft, die sich neben der Wirtschaft auch den Themen Kultur, Bildung und Gesundheit widmen. "Wir haben uns noch nicht wirklich zusammengefunden", bemerkte der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf den "neuen" Burgenlandkreis. Sich dieser Situation zu stellen und sie zu ändern, könne nicht Aufgabe einer Partei sein, sondern vielmehr "sollten die verschiedenen politischen Kräfte mit einer Stimme sprechen", so Claus weiter. Wann das Leitbild allerdings als Antrag in den Kreistag gegeben wird, konnte er noch nicht konkret sagen.

Gewiss ist indes, dass Claus auch nach dem Wahlkampf weiter in die Öffentlichkeit gehen will. Eine mobile Sprechstunde in Bürgerhäusern und Einkaufsmärkten ist angedacht. "Meine Erfahrung ist, man muss dorthin gehen, wo die Leute sind", bemerkte der Abgeordnete.