Am 10. und 11. Mai war die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Sabine Leidig, im Wahlkreis zu Gast. Am 11. besichtigte sie gemeinsam mit Roland Claus den Fortgang des VDE 8 - des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8. VDE 8 - das ist der Neu- und Ausbau der für Personen- und Güterverkehr vorgesehenen ICE-Strecke Berlin-Halle/Leipzig-Erfurt-Nürnberg, und im Burgenlandkreis heißt das: Bau mehrerer Brücken und Tunnel für die völlig neu konzipierte Teilstrecke Halle/Leipzig-Erfurt.
Zunächst bestiegen die Abgeordneten unter überaus sachkundiger und engagierter Führung durch die Projekt- und Bauleitung einen bereits fertigen Abschnitt der 50 Meter hohen, über zweieinhalb Kilometer langen Unstruttalbrücke in der Ortslage Karsdorf-Wetzendorf. Dann folgte eine Begehung des im Süden sich anschließenden Bibra-Tunnels.
Foto oben: Bauleiterin Vehlow (ganz rechts) erläutert Roland Claus, Sabine Leidig und dem Karsdorfer Bürgermeister Olaf Schumann (v.r.n.l.) die technischen Daten und Konstruktionsprinzipien der Brücke. Hinter Sabine Leidig der Regionalbeauftragte Sachsen-Anhalt der DB-AG, Jobst Paul; links von Olaf Schumann Jana Grandi, 1. Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Unstruttal.
Foto Mitte: Sabine Leidig am Fuße der Brücke mit Fragen an die Bauleiterin zur Bedeutung der Strecke für den innerdeutschen und gesamteuropäischen Eisenbahnverkehr in der Nord-Süd-Achse von Skandinavien nach Italien.
Foto unten: Ein Grundproblem der Bahnmodernisierung, dem sich die jeweiligen Bundesregierungen seit langem hartnäckig verschließen, sind die mit dieser Modernisierung einher gehende Stilllegung bzw. der Verfall regionaler Bahnstrecken und der dazugehörigen Bahnhöfe. Hier steht Wahlkreismitarbeiterin Katja Bahlmann am Bahnhof Karsdorf, der zur landschaftlich malerisch schönen Bahnstrecke von Naumburg durchs Unstruttal nach Nebra gehört. Keinen Kilometer weiter schwingt sich die neue Brücke auch über diese regionale Linie hinweg. Reichlich Grund, die Frage zu diskutieren, wem die hochmodernen Trassen nutzen, wenn sie nicht mit einem dichten Netz des Regionalverkehrs verbunden sind.